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Lávrys Synnefiá
Odyssee
Kretische Hunde
Bericht der Universität Heraklion
Haltung Keeping

Haltung und Pflege

Lávrys Synnefiá in den Bergen bei Palaikastro



Der Kritikós Lagonikós stellt hinsichtlich seiner Haltung besondere Anforderungen an seine Menschen. Er hat er ein ausgesprochen starkes Bewegungsbedürfnis. Ein kurzer Spaziergang wird diesem Hund nicht genügen, er braucht täglich mehrere Stunden Freilauf auf ausreichend großer Fläche, um seinen Galopp voll entfalten zu können. Er ist also kein Hund für Phlegmatiker, und ein Leben auf der Etage sollte man ihm auf keinen Fall zumuten. Nicht zu unterschätzen sind sein Freiheitsdrang und sein Jagdverhalten. Wenn es ihm im Garten zu langweilig wird, geht er spazieren. Dabei wird auch ein zwei Meter hoher Zaun ohne Schwierigkeiten übersprungen, jedes noch so kleine Loch dient als Durchschlupf (wo der Kopf durchpaßt, paßt auch der Rest des Hundes). Wenn sich etwas Interessantes außerhalb des Grundstückes befindet, kann er sich in sekundenschnelle unter dem Zaun durchgraben. Es ist jedoch keineswegs so, daß der Kretische Hund unkontrollierbar ist, sobald man ihn von der Leine lässt. Eine liebevolle, einfühlsame und konsequente Erziehung macht ihn zu einem verlässlichen, gehorsamen Begleiter, der aber auch gerne eigene Wege geht.




 

Dhias mit Dummy

Niemals kann man von ihm „Kadavergehorsam“ erwarten, und Erziehungsmethoden, die auf Härte und Strafe basieren, sind gänzlich ungeeignet. Aufgrund der Intelligenz und Sensibilität dieses Hundes wirken sich Fehler in der Erziehung nachhaltig aus. Man sollte also schon Hundeerfahrung haben und bereit sein, sich auf die besonderen Bedürfnisse dieser Rasse einzustellen, wenn man mit einem Kritikós Lagonikós zusammenleben will. Besonders wichtig ist eine frühe Sozialisierung. Allem Fremden gegenüber verhält er sich mißtrauisch, dies bezieht sich sowohl auf Gegenstände und Geräusche, als auch auf Personen. Diese Hunde mit ihrem ausgeprägten Sozialverhalten sind nicht gerne allein, sie lieben die Gesellschaft ihrer Mitbewohner und sind ideale Zweithunde.




 

Galopp mit Aschenbach

Ideale Partner sind sportliche Menschen. Schon in der Antike begleiteten die Kretischen Jagdhunde die Jäger zu Pferde. Als Reitbegleithunde sind sie tatsächlich sehr gut geeignet, da sie in Schnelligkeit und Ausdauer ohne Probleme mit jedem Pferd mithalten. Ihre natürliche Vorsicht und Aufmerksamkeit und ihre schnellen Reaktionen kommen ihnen dabei zugute, die Pferdehufe behalten sie immer im Blick. Als Hundesport eignet sich vor allem Agility, da es dem Spieltrieb und Bewegungsdrang dieser Hunde entgegenkommt, die Fähigkeiten im Klettern und Springen ausnutzt und sie auch geistig fordert. Dies ist sehr wichtig, um ihre Ausgeglichenheit zu bewahren. Alle Formen von Spielen und das Erlernen von „Kunststücken“ macht ihnen Spaß, wenn das Üben allerdings monoton ist, wendet sich der Hund interessanteren Dingen zu. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind Fährtenarbeit und das Jagdcoursing. Dhias hat erfolgreich eine Ausbildung im Mantrailing absolviert und arbeitet mit großer Freude und Konzentration bei der Suche nach vermißten Personen. Die beste Beschäftigung für diese Hunde ist natürlich die jagdliche Arbeit.




 

Synnefia im Sprung März 08, 11 Monate alt

Hinsichtlich der Pflege stellt der Kritikós Lagonikós keine großen Ansprüche. Sein sehr kurzes Fell, das auf dem Rücken etwas harscher und nur dort mit einem Hauch von Unterwolle versehen ist, sollte gelegentlich mit einer weichen Bürste behandelt werden. Der Hund ist sozusagen selbstreinigend, da er sich nach jedem Aufenthalt im Freien ausgiebig putzt. Er entwickelt selbst mit nassem Fell kaum Hundegeruch, verliert wenig Haare und ein Bad ist nur in Ausnahmefällen nötig. Gelegentlich müssen die Krallen gekürzt und die Ohren gesäubert werden.
Er ist ein ausgesprochen spätreifer Hund und gilt erst mit etwa 4 Jahren als erwachsen. Die Hündinnen werden gewöhnlich mit ca. 18 Monaten das erste Mal läufig, meist nur einmal im Jahr.
Die harten Bedingungen, die diese Hunderasse formten, haben sich vorteilhaft auf ihre Gesundheit ausgewirkt, Erbkrankheiten sind nicht bekannt. Bis heute werden die Hunde hauptsächlich nach Leistungskriterien gezüchtet, und bis vor wenigen Jahren war es den Züchtern kaum möglich, kranke oder verletzte Hunde tierärztlich behandeln zu lassen, so daß eine Art natürlicher Selektion stattfand.
Trotzdem sollte man als Halter dieses Hundes einige grundsätzliche Regeln beachten, die auch für ähnliche Rassen gelten. Ihr überschäumendes Temperament kann die Junghunde verleiten, sich zu überfordern, man sollte sie deshalb gelegentlich zu einer Pause überreden. Unmittelbar nach einer Mahlzeit sollte der Hund ebenfalls ruhen, um der Gefahr einer Magendrehung vorzubeugen.
Die Lebenserwartung des Kretischen Hundes ist relativ hoch. Bei guter Haltung erreichen sie durchschnittlich ein Alter von 14 bis 18 Jahren, aber auch über 20 Jahre alte Hunde sind keine Seltenheit.



Dhias rennt im Schnee 



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