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Die griechischen Hunderassen

Hundeausstellung in Athen 1958

Die Hundezucht hat in der griechischen Kultur eine lange Geschichte. Ob der Begriff „Rasse" in der Antike die gleiche konkrete Bedeutung hatte wie heutzutage, ist nicht bekannt. Als gesichert gilt aber, dass im antiken Griechenland etwa 65 verschiedene Hundetypen oder Varianten von Hunden existierten. Die Schriftsteller der damaligen Zeit haben sie zum Teil sehr genau beschrieben und es sind zahlreiche detailgetreue Abbildungen in den Museen der Welt zu betrachten. Man unterschied die Hunderassen vorwiegend nach ihrem Verwendungszweck. Es gab Jagdhunde für die verschiedenen Arten von Wild, Hirtenhunde, Hütehunde, Kampfhunde für den Krieg, Wachhunde für Haus und Hof, Gesellschaftshunde und Palasthunde. Es gab Hunde, die die Kinder zur Schule begleiteten, die Frauen zum Markt und die jungen Männer in die Arena, Fischerhunde, die beim Einholen der Netze halfen, Schiffshunde als Rattenvertilger, Bauernhunde und Gastwirtshunde. So wie sich die kulturellen Werte und die gesellschaftlichen und politischen Vorstellungen der alten Griechen über ganz Europa verbreiteten, so hat möglicherweise auch ihr kynologisches Wissen die Hundezucht unseres Kontinentes beeinflusst.
In den letzten Jahrhunderten war das griechische Volk aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Situation kaum in der Lage, sich um kynologische Belange zu kümmern. In den 50er – 60er Jahren erkannte man den Wert der uralten Hunderassen Griechenlands als lebende Denkmäler seines nationalen kulturellen Erbes und es begannen die ersten Bestrebungen, diese Rassen zu erhalten. Bis in die 70er Jahre hinein war es die Griechische Kynologische Organisation E.K.O. (Ελληνικού Κυνολογικού Οργανισμού), die sich seit ihrer Gründung im Jahre 1955 bemühte, die verschiedenen Hunderassen zu erfassen. Der größte Erfolg war die internationale Anerkennung des Hellenikos Ichnilatis durch die FCI im Jahre 1996, dies war im Wesentlichen den wissenschaftlichen Arbeiten ihres Vorsitzenden, Dr. St. Basourakos, zu verdanken.
Als Nachfolger der E.K.O verstärkte die Kynologische Gesellschaft Griechenlands K.O.E (Κυνολογικός Όμιλος Ελλάδος) ab 1984 die Aktivitäten zur Rettung der vom Aussterben bedrohten griechischen Hunderassen. Seit 1999 ist die K.O.E. Vollmitglied der FCI. Seitdem wurden der Kritikos Lagonikos, der Hellenikos Poimenikos, der Weiße Griechische Hirtenhund, der Molossos Epirou und der Kokoni national anerkannt und offizielle Zuchbücher für diese Rassen angelegt. Auf Zypern engagiert sich der Cyprus Kennel Club.
Überall in Griechenland werden jetzt Vereine für Hundefreunde und für die Zucht oder Erhaltung verschiedener Hunderassen gegründet. Sehr aktiv ist z.B. die Athens Canine Society (OKA). Auf dem griechischen Festland, vor allem in Athen, finden jährlich mehrere gut besuchte Internationale Ausstellungen für Hunde aller Rassen statt, dazu einige Nationale Ausstellungen und zahlreiche Spezialzuchtschauen für bestimmte Rassen. Hundemagazine findet man in großer Auswahl, und die Vereine veranstalten Seminare zu vielfältigen Themen rund um den Hund. Es zeichnet sich also nicht nur auf kynologischem Gebiet eine erfreuliche Entwicklung ab, sondern es ist auch zu erwarten, daß sich die Einstellung der griechischen Bevölkerung zu Hunden im Allgemeinen zum Positiven verändert.
Internationale Organisationen zur Rettung bedrohter Nutztiere und –pflanzen, allen voran die Save-Foundation mit der griechischen Arbeitsgemeinschaft Arctouros, erkennen in den letzten Jahren zunehmend den Wert der Genressourcen, die sich in der Isolation der vielen Griechischen Inseln und der abgelegenen Bergregionen des Griechischen Festlandes erhalten konnten. Neben alten Nutzpflanzensorten und Arzneipflanzen wollen sie vor allem seltene Schaf- und Ziegenrassen erhalten. Aber auch Pferderassen, wie das Georgialidiko Alogo (Γιοργαλίδικο Άλογο) auf Kreta, sollen bewahrt werden, und natürlich kümmern sich diese Organisationen auch um die seltenen Hunderassen, wie den Kritikos Lagonikos, den Lagonikos Tis Rhodou, den Ellenikos Ichnilatis und den Ellenikos Poimenikos.
Auch die Katzenfreunde wurden in den letzten Jahren aktiv und bemühen sich um die Reinzucht der Gatas Tou Aigaiou (Γάτας του Αιγαίου = Katze der Aegäis).

Vielen Dank an Maria Ginala und Ria Hörter (http://www.riahorter.com ) für Fotos und Informationen

PS: Es sind noch nicht alle Rassebeschreibungen fertig, folgen aber in Kürze

Hellenikos Ichnilatis Der Spürhund vom Peloponnes ist bisher die einzige von der FCI anerkannte griechische Hunderasse

Kritikos Lagonikos wird nur der Vollständigkeit halber noch einmal kurz beschrieben

Lagonikos Tis Rhodou Der Hasenjagdhund der Insel Rhodos ist äußerst selten

Kypriakos Lagonikos Für den Hasenjäger von Zypern wird zur Zeit ein Standard ausgearbeitet

Hellenikos Poimenikos Die Hirtenhunde aus den Bergen Nordgriechenlands werden seit kurzem zuchtbuchmäßig erfaßt

Weißer Griechischer Hirtenhund 2. Variante des Griechischen Hirtenhundes

Molossos Epirou 3. Variante des Griechischen Hirtenhundes

Kokoni Der kleine griechische Haushund ist unter der Rassebezeichnung Kokonis auf nationaler Ebene in Griechenland anerkannt

Gekas der Gekas ist keine anerkannte Rasse, aber ein Jagdhundtyp, den man häufig in Griechenland findet

andere griechische Rassen Viele griechische Hunderassen sind bisher nicht offiziell anerkannt

Gefährdete Tierarten auf Kreta

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